Bücher im Sommer 2015

DSC_0440Hallo liebe Leseratten,

ich habe im Urlaub jede Menge gelesen und möchte Euch die Highlights hier vorstellen bzw. als Lesestoff empfehlen.

DSC_0442Charlotte Roth – Als der Himmel uns gehörte, TB 608 Seiten

Diese wunderbare Geschichte verdanke ich einem Geburtstagsgeschenk von der lieben Heike. Und was von ihr kommt, kann nur gut sein. Ich bewundere den hervorragenden Buchgeschmack von ihr und empfehle Euch gern, regelmäßig ihren Blog zu besuchen.

Klappentext: London 2011. Die junge Läuferin Jennifer will an den Olympischen Spielen teilnehmen. Jetzt aber drohen Panikattacken ihren Traum zu gefährden. Mit ihrem Trainer, dem Iren Gregory, der sie heimlich liebt, reist Jennifer nach Mandeville, auf den Landsitz ihrer Familie. Sie hofft, sich bei ihrer fast hundertjährigen Urgroßmutter Alberta Rat holen zu können. Auch diese hat einmal an einer Olympiade teilgenommen, damals in Berlin, im Jahr 1936. Auf den Spuren ihrer Familiengeschichte wird Jennifer lernen, worum es im Leben wirklich geht.

Meine Meinung: Das Buch habe ich verschlungen, konnte es kaum beiseitelegen, wollte immer wissen, wie es weitergeht. Das Buch ist in zwei Handlungssträngen aufgebaut, es beginnt zu den Olympischen Spielen 2012 in London und wechselt immer wieder in die Zeit zwischen 1932 und 1936 in die Zeit der Olympischen Spiele von Los Angeles 1932 und Berlin 1936. Das harte Training und das harte Leben holen die Protagonisten immer wieder ein. Der aufkommende Faschismus in den 30er Jahren wirft seine Schatten auch auf die Sportler. Die olympischen Spiele stehen auf der Kippe. Was tut die Welt gegen die braune Brut? Gerade in der heutigen Zeit ein brisanter und interessanter Lesestoff. Ich habe schon viel über die Zeit gelesen, aber man lernt immer wieder etwas dazu und erfährt Sachen, die einen den Kopf schütteln lassen über so eine hohle Gesinnung.

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DSC_0443Karin Kalisa – Sungs Laden, HC 255 Seiten

Eine zufällig Entdeckung bei einem Bücherbummel im Urlaub hat mir diese wunderbare Geschichte beschert. Bitte lest dieses Buch. Ich habe mich lange nicht mehr so gut unterhalten gefühlt und konnte in die Geschichte abtauchen. Ein modernes Märchen, eine bezaubernde Geschichte.

Klappentext: Am Anfang ist es nur eine alte vietnamesische Holzpuppe, die in der Aula einer Grundschule Kinder und Lehrer bezaubert. Noch ahnt keiner, dass binnen eines Jahres der Prenzlauer Berg auf den Kopf gestellt werden wird: Das Szene-Viertel entdeckt seinen asiatischen Anteil und belebt seine anarchisch-kreative Seele neu. Brücken aus Bambus spannen sich zwischen den Häusern, Parkraumwächter tragen Kegelhüte, auf Brachflächen grünt exotisches Gemüse, und ein Zahnarzt macht Sonntagsdienst für Patienten aus Fernost. Nachdem auf dem Dach des Bezirksamts kurzzeitig auch noch die Ho-Chi-Minh-Flagge wehte, münden die Aktionen in ein Fest, wie der Kiez noch keines erlebt hat: großes vietnamesisches Wassermarionettentheater in einem Ententeich! Vom Gemischtwarenladen des studierten Archäologen Sung nimmt all dies seinen Ausgang. Hier treffen die Schicksale ehemaliger vietnamesischer Vertragsarbeiter mit den Lebensgeschichten früherer DDR-Bürger zusammen, von hier aus wird der Kiez nicht nur mit Obst und Gemüse, sondern auch mit dem guten Geist der Improvisation versorgt. Und siehe da: Gute Laune ist auch in Berlin möglich! Eine Utopie, natürlich. Aber eine hochgradig ansteckende.

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Finger weg vom nächsten Buch! Vom Klappentext geblendet, habe ich hier voll daneben gegriffen. Ich hätte vorher lieber hier in die Rezensionen gucken sollen, dann hätte ich das Geld gespart:

Enzo Fileno Carraba – Wie zwei alte Schachteln einmal versehentlich die Welt retteten, TB 224 Seiten
So eine dämliche Geschichte mit mir überaus unsympathischen Protagonisten habe ich lange nicht mehr gelesen. Nach ungefähr der Hälfte habe ich dann noch schnell quer gelesen und kann nur sagen: Finger weg, reine Geldverschwendung.

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Ich habe noch mehr Bücher gelesen und auch gehört. Ich hoffe, der kleine Auszug gefällt Euch.

Liebe Balkonlesegrüße von Steffi

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Buch des Monats … Januar 2014

Buch des Monats_NiwoboBei der lieben Nicole gibt es aktuell eine spannende Blogger Challenge … jeden Monat stellt man sein „Buch des Monats“ vor. Da ich ja wieder mehr zum Lesen zurückgefunden habe, mache ich doch gerne mit. Ich habe diesen Monat einige Bücher gelesen. Vorstellen möchte ich Euch ein ganz besonderes. „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf. Herrndorf hat sich letztes Jahr das Leben genommen. Warum? Er hat 2010 die niederschmetternde Diagnose „Glioblastom“ (bösartiger Gehirntumor) erhalten … Über den Weg von der Diagnose bis zu seinem Freitod hat er auf seinem Blog geschrieben. Diese Blogeinträge wurden auf seinen Wunsch vom Rowohlt-Verlag veröffentlicht. Da mir Tschick besonders gut gefallen hat, hat mich interessiert, wie man über ein so schweres Thema auf seinem Blog schreiben kann und habe zuerst den Blog angefangen zu lesen. Herrndorf beschreibt seine Tage nüchtern und distanziert und unglaublich stark. Daraufhin habe ich mir das Buch gewünscht und mein lieber Mann hat es mir geschenkt. Ich lese es aktuell im Januar. Keine leichte Kost, was verständlich ist … ich lese das Buch in kurzen Abschnitten, die mich viel zum Nachdenken anregen. Ich habe es noch nicht ganz durch, wollte es aber für den Januar vorstellen.

016Über den Autor (Quelle Amazon.de)
Wolfgang Herrndorf, 1965 in Hamburg geboren, hat Malerei studiert und unter anderem für die «Titanic» gezeichnet. 2002 erschien sein Debütroman «In Plüschgewittern», 2007 der Erzählband «Diesseits des Van-Allen-Gürtels» und 2010 der Roman «Tschick», der zum Überraschungserfolg des Jahres avancierte. Wolfgang Herrndorf wurde u.a. mit dem Deutschen Erzählerpreis (2008), dem Brentano-Preis (2011), dem Deutschen Jugendliteraturpreis (2011), dem Hans-Fallada-Preis und dem Leipziger Buchpreis (2012) ausgezeichnet. Wolfgang Herrndorf starb am 26. August 2013.

Bleibt gesund!!! Eure Steffi